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Dienstag, 10. Februar 2009

Falschgeld

Im ersten Halbjahr 2008 hat die Bundesbank über
19.000 falsche Euro-Banknoten registriert, ein Rückgang um rund 3 % im
Vergleich zum 2. Halbjahr 2007. Dabei sind die gefälscht 50-er bei
weitem (31%) am häufigsten. Im Vergleich zur Gesamt-Geldmenge ist das
ziemlich wenig: etwa 5 Fälschungen pro 10000 Einwohner im Jahr. Die
Chance als Privatperson je über einen "Falschen Fuffziger" zu stolpern
dürfte damit recht gering sein. (Quelle:Bundesbank)

Hoch sind die Zahlen bei falschen Münzen: Erfahrungsgemäß fallen bei der Bearbeitung von ca. 75.000 Zwei-Euro-Münzen ca. 15 bis 25 Falschmünzen an. Die Erkennung ist äußerst schwierig, am einfachsten hilft der Magnet-Test: gefälschte Euro-Münzen sind meistens stark oder gar nicht magnetisch,
während die echten Ein- und Zwei-Euro-Münzen nur leicht am Magneten
haften. (Quelle: Wikipedia )

An Geldautomaten sind die Banken gehalten, nur von der Bundesbank bearbeitete Geldscheine auszuzahlen. Ob sich alle Banken immer an diese Vereinbarung halten, ist unklar. Womöglich werden Geldautomaten zum Teil direkt mit dem Geld der Bank befüllt. Die Deutsche Bundesbank geht jedoch in einer Stellungnahme davon aus, dass dem nicht so ist, und Auszahlungen aus Geldautomaten grundsätzlich kein Falschgeld enhalten.

Gesetzeslage

Was passiert, wenn mir Falschgeld untergejubelt wird? Mache ich mich strafbar, wenn ich davon nicht merke und das Falschgeld z.B. erst beim Versuch damit zu bezahlen auffliegt? Die betreffenden Paragraphen aus dem StGB sind §146 Geldfälschung und §147 Inverkehrbringen von Falschgeld.

§ 146 Geldfälschung

(1) Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft,
  1. wer Geld in der Absicht nachmacht, daß es als echt in Verkehr gebracht oder daß ein solches Inverkehrbringen ermöglicht werde, oder Geld in dieser Absicht so verfälscht, daß der Anschein eines höheren Wertes hervorgerufen wird,
  2. falsches Geld in dieser Absicht sich verschafft oder feilhält oder
  3. falsches Geld, das er unter den Voraussetzungen der Nummern 1 oder 2 nachgemacht, verfälscht oder sich verschafft hat, als echt in Verkehr bringt.
(2) Handelt der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung einer Geldfälschung verbunden hat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren.
(3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.


§ 147 Inverkehrbringen von Falschgeld

(1) Wer, abgesehen von den Fällen des § 146, falsches Geld als echt in Verkehr bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.


§15 Vorsätzliches und fahrlässiges Handeln

Strafbar ist nur vorsätzliches Handeln, wenn nicht das Gesetz fahrlässiges Handeln ausdrücklich mit Strafe bedroht.



Wer also Geld fälscht UND in mit Absicht als echtes Geld in Verkehr bringt ist schonmal wenigstens (in einem minder schweren Fall!) mit drei Monaten Freiheitsstrafe dabei.

Was aber, wenn ich von unbemerkt Falschgeld untergeschoben bekomme und dieses dann weitergeben? Die Antwort: Wer unwissentlich mit Falschgeld bezahlt, macht sich nicht strafbar. §146 kommt nicht in Frage, weder wurde das Geld von mir mit der Absicht es in Verkehr zu bringen nachgemacht (§146 Abs. 1 Nr.1), noch habe ich es mir aus diesem Grunde verschafft (§146 Abs. 1 Nr.2). Ganauso wenig greift §146 Abs. 1 Nr.3: Auch hier fehlt es an der Absicht, das Geld als echt in Verkehr zu bringen.
Aber auch für §147 fehlt es am Vorsatz, denn strafbar ist nur vorsätzliches Handeln (s. §15)! Daher ist das unwissentliche Inverkehrbringen von unwissentlich erworbenem Falschgeld nicht strafbar! Alles andere wäre ja auch ziemlich hart.

Klar ist auch: Erhalte ich (unwissentlich) einen falschen Schein und bringe diesen dann wissentlich in Umlauf, so ist das strafbar. Und zwar nicht zu knapp: Es drohen bis zu 5 Jahren Gefängnis. Als falsch erkanntes Geld sollte also tunlichst bei der Polizei gemeldet und abgegeben werden. Auf Ersatz ist allerdings nicht zu hoffen, es sei den der ursprüngliche Täter wird gefasst und kann zum Schadenersatz verpflichtet werden.

Tipps zur Falschgelderkennung

Hier noch ein paar Tipps, wie man sich vor Falschgeld schützen kann:
(Quelle: Deutsche Bundesbank)


  1. Schauen Sie sich Ihr Geld genau an! Achten Sie dabei nicht nur
    auf den Gesamteindruck, sondern konzentrieren Sie sich ganz bewusst
    auf bestimmte Sicherheitsmerkmale, die Sie sich vorher eingeprägt
    haben.
  2. Verlassen Sie sich bei der Prüfung nicht allein auf ein Sicherheitsmerkmal.
  3. Gehen Sie nach dem Prinzip "Sehen-Kippen-Fühlen" die Ihnen
    bekannten Sicherheitsmerkmale
    der Reihe nach durch und ziehen Sie, falls vorhanden, ein Banknotenprüfgerät
    in die Überprüfung mit ein.
  4. Besorgen Sie sich eine Vergleichsnote.
  5. Bestehen weiterhin Zweifel, lassen Sie die Note(n) und/oder
    Münze(n) bei Ihrer Hausbank oder einer der Filialen
    der Deutschen Bundesbank
    (nur Euro) überprüfen.


Wer sich selbst testen will, bzw. noch ein wenig üben möchte, kann den Blütentrainer der Polizei ausprobieren:


http://www.bluetentrainer.polizei-beratung.de/blueten_euro/trainer_d.html

Links




Falschgeld-Leitfaden

Sicherheits-Merkmale der Euro-Scheine


Strafgesetzbuch


Wikipedia: Falschgeld

Mittwoch, 4. Februar 2009

Kleine Kalenderkunde

Die verschiedenen Kalender


Der alte römische Kalender wurde vermutlich von den Griechen übernommen. Das ursprüngliche Kalendersystem war in die nachfolgenden zehn Abschnitte unterteilt, die mit dem Frühlingsanfang begannen: Martius, Aprilis, Maius, Junius, Quintilis, Sextilis, September, October, November und December.

Schon um das Jahr 713 v. Chr. wurde das Problem der fehlenden Tage angegangen:

  • Die sechs Monate mit je 30 Tagen wurden auf 29 Tage gekürzt, und am Jahresende wurden der Ianuarius (nach dem Gott Ianus) mit 29 Tagen und der Februarius (nach dem Reinigungsfest Februa am Jahresende) mit 28 Tagen angehängt. Damit ergab sich ein Jahr von 355 Tagen.
  • Die fehlenden 10 Tage wurden durch einen Schaltmonat, Mercedonius (Intercalaris), ausgeglichen: Im zweiten Jahr eines Zeitraumes von vier Jahren wurden 22 Tage nach dem 23. Februar (siehe auch die Terminalia), im vierten Jahr 23 Tage nach dem 24. Februar eingefügt.

Diese sehr unhandlich anmutende Konstruktion sollte die Beachtung der religiösen Festtage, die sich auf den ursprünglichen Mondkalender bezogen, sicherstellen. Anfang des 6. Jahrhunderts v. Chr. wurden erste Korrekturen durchgeführt, um sich anhäufende Verschiebungen der Jahreszeiten auszugleichen.


Auch der Jahresbeginn, ursprünglich am 1. März, wurde seit dem Jahre 153 v. Chr. auf den 1. Januar, den Amtsbeginn der Konsuln, verschoben.

Das Durcheinander des Kalenders veranlasste schließlich Julius Caesar, wohl auch nach Inspiration von Acoreus, eine grundlegende Reform durchzuführen. Die 12 Monate haben fast alle die heute noch gebräuchliche Anzahl an Tagen, nur der Sextilis wurde bei seiner Umbenennung in „August“ um einen Tag verlängert, der dem Februar genommen wurde.

Der Gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den weitaus meisten Teilen der Welt gültige Kalender. Eigentlicher Beweggrund für die Gregorianische Reform war das Bedürfnis, Ostern zum „richtigen“ Datum zu feiern: Zur Bestimmung geeigneter Ostertermine waren sowohl Frühlingsanfang als auch Vollmondzeitpunkte zu bestimmen. Wiederholte Versuche, einheitliche Kriterien für die Bestimmung des Osterfestes sowie ein einheitliches Berechnungsverfahren einzuführen, scheiterten zunächst, sodass verschiedene Gemeinden nach wie vor Ostern an unterschiedlichen Tagen feierten. Die alexandrinische Berechnungsmethode (mit dem 21. März als Frühlingsanfang und dem Metonischen Zyklus zur Bestimmung der Vollmondtermine) setzte sich in der Folge langsam allgemein durch. Da ein Julianisches Kalenderjahr mit seinen durchschnittlich 365,25 Tagen um etwa 11 Minuten länger ist als das astronomische tropische Jahr, verschob sich der astronomische Frühlingsanfang etwa alle 130 Jahre um einen Tag auf ein früheres Kalenderdatum. (Im Jahre 1582 fiel er auf den 11. März[10]).

Eine Kommission entschied sich schließlich dafür, den Kalender derart zurechtzurücken, dass das Primar-Äquinoktium wieder am 21. März stattfand. Die Reform erfolgte durch die päpstliche Bulle Inter gravissimas vom 24. Februar 1582.[13] Um die Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche wieder auf den von den Konzilsvätern festgelegten 21. März zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, bestimmte Papst Gregor XIII., dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten.





Die Monate

Der Februar (lat. februare = reinigen) ist seit 153 v. Chr. der zweite Monat des Gregorianischen Kalenders. Er wurde nach dem römischen Reinigungsfest Februa benannt.

Bis zur Augustinischen Kalenderreform im Jahre 8 bestand der Februar in Schaltjahren aus 30 Tagen und in Gemeinjahren aus 29 Tagen.

Im römischen Kalender war der Februar ursprünglich der letzte Monat. Aus diesem Grund erhielt genau dieser Monat damals überzählige Schalttage angehängt

Der Januar (v. lat. ianua „Tür, Zugang“) ist nach dem römischen Gott Ianus benannt. Mit der Umstellung des Jahresbeginns vom 1. März auf den 1. Januar im Jahre 153 v. Chr. wurde der Januar nach dem Gott Ianus, dem doppelgesichtigen Gott des Anfangs und des Endes, benannt.


Der März ist der hat 31 Tage und ist nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt, deshalb nannten ihn die Römer Martius.

Der Name April bezieht sich möglicherweise auf die sich öffnenden Knospen im Frühling und kommt vom Lateinischen aperire ("öffnen").

Der Mai ist nach Iupiter Maius benannt, dem römischen Gott des Frühlings und des Wachstums.

Der Juni ist nach der römischen Göttin Juno, der Gattin des Göttervaters Jupiter, Göttin der Ehe und Beschützerin von Rom, benannt.


Der Juli ist nach dem römischen Staatsmann Julius Caesar benannt, auf den die Kalenderreform des Jahres 46 v. Chr. zurückgeht

Der August wurde im Jahre 8 v. Chr. nach dem römischen Kaiser Augustus benannt, da er in diesem Monat sein erstes Konsulat angetreten hat. Er hatte vor seiner Umbenennung den Namen Sextilis (lat. sex = sechs). Der Sextil hatte ursprünglich 29 Tage und bekam durch Julius Caesars Reform 31 Tage.



Im römischen Kalender war der September ursprünglich der siebte Monat (lat. septem = sieben).

Die Römer nannten ihren achten Monat des Jahres mensis october (lat. octo = acht). Entsprechend war der November ursprünglich der neunte Monat (lat. novem = neun). Und der Dezember der zehnte Monat (lat. decem = zehn) des 304-tägigen Mondkalenders.



Die Jahreszeiten

Astronomisch beginnt der Sommer mit der Sommersonnenwende: dem Zeitpunkt, zu dem die Sonne senkrecht über dem Wendekreis steht und die Tage am längsten sind. Auf der Nordhalbkugel geschieht dies am 21. Juni, auf der Südhalbkugel am 21. oder 22. Dezember. Danach werden die Tage wieder kürzer und die Nächte länger. Der Sommer endet mit der herbstlichen Tagundnachtgleiche am 22. oder 23. September im Norden bzw. am 20. März oder in der Nacht zum 21. März im Süden.

Die Tagundnachtgleichen markieren den Beginn des astronomischen Frühlings bzw. des astronomischen Herbstes. Die Sonne steht dann auf dem Himmelsäquator, also auch senkrecht über dem Erdäquator.

Der Frühlingsbeginn kann entweder astronomisch, also nach Lage der Erde zur Sonne, oder phänologisch nach dem Entwicklungsstadium der Pflanzen festgelegt werden.
Astronomisch beginnt er mit dem Frühlings-Äquinoktium:

Mit dem astronomischen Sommerbeginn zur Sommersonnenwende am 21. Juni endet der Frühling gegenwärtig immer am gleichen Tag.

Alle Infos aus: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. www.wikipedia.org

Donnerstag, 11. September 2008

Was ist das flächengrößte Land der Erde

Das Flächen größte Land der Erde ist Russland mit 17.000.000 km² Fläche. Auf Platz zwei ist Kanada mit 9.970.000 km².

Eine vollständige Liste findet man bei Wikipedia

Bewegungsablauf beim Diskuswerfen

Hier eine ganz interessantes Video zum Bewegungsablauf beim Diskuswerfen:

Mittwoch, 10. September 2008

Tiefflieger im Mast?


Ich konnte keine Unfälle zwischen tieffliegenden Jets und Segelyachten finden. Und es erscheint mir auch recht unwahrscheinlich. Viel gefährlicher leben übrigens SegelFLIEGER. Da gibt es wohl ab und zu schonmal recht knappe Begegnungen. Aber das ist ein anderes Thema.


Laut Spiegel-Interview gibt es 7 Tiefflug-Zonen in Deutschland, in denen eine Mindesthöhe von 75m gilt. Dabei wird 30m als "Einsatz-Höhe" bezeichnet.

Allerdings schreibt Wikipedia:
Der Übungserfolg ist heute sowieso gering, da die eingesetzten Maschinen über eine automatische Terrainverfolgung verfügen.

Zum Tornado schreibt Wikipedia
Besonderes Merkmal des Tornado ist seine Fähigkeit zum Tiefstflug in Baumwipfelhöhe (nur bei Flügen nach Sicht und manueller Steuerung durch den Piloten). Bei schlechtem Wetter oder bei Nacht ermöglicht das Terrain Following Radar (kurz: TFR, deutsch: Geländefolgeradar) den (vom Autopiloten gesteuerten) extremen Tiefflug in 60 Meter Flughöhe über Grund. 

Baumwipfelhöhe hört sich ja schon ziemlich nach Mast-Höhe an, wie? Das TFR scheint tatsächlich nur Höhen bis ca. 30m zu erlauben. Was ja wiederum auch ziemlich nah an "Baumwipfelhöhe" ist. 

Klar: Bei solchen Höhen kann sich der Pilot keine Abweichungen mehr erlauben. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass ein 30m hoch fliegender Jet plötzlich auf 17m absackt.

Über der Ost-/Nordsee schon gar nicht, denn da sollte (selbst in einem Tiefflug-Gebiet) eine Mindestflughöhe von 75m gelten.

Auch ganz interessant:
http://www.sichelschmiede.org/Downloads/Tiefflug_Kyritz-RuppinerHeide_08_06.pdf

Übrigens: In den Tiefflug-Gebieten ist Urlaub-Machen nicht zu empfehlen:

Mittwoch, 3. September 2008

Raumfahrer ohne Anzug

Im Reiseführer "Per Anhalter durch die Galaxis" steht, man könne im luftleeren Raum ungefähr 30 Sekunden überleben, wenn man vorher tief Luft geholt hat.


Ob das stimmt? Warum ist ein Überleben im Weltraum überhaupt so schwierig? Offenbar gibt es da eine Vielzahl an Problemen:


  • Die Temperatur
  • Die Strahlung
  • Sauerstoff-Mangel
  • Der Druck

Alle einzelnen Effekte sind vermutlich schon einzeln tödlich. Zusammen dürften sie eine ziemlich unangenehme Mischung geben. Was ja auch keiner bestritten hat. Gucken wir uns erstmal die einzelnen Punkte an:

Die Temperatur
Im All herrschen Temperaturen zwischen -270 und +100 °C bei Sonnenschein. Immerhin liegen da auch ganz angenehme Temperaturen dazwischen. Allerdings: Ohne Medium zum Temperaturaustausch dürfte das vielleicht gar nicht so schlimm sein?
Überlebensdauer: Unklar

Die Strahlung
Der Raumanzug hat nicht zuletzt die Aufgabe,
Astronauten vor der hochenergetischen Strahlung im All zu schützen. Normalerweise schützt uns die Erdatmosphäre, draußen im All dürfte das ziemlich gefährlich sein. Ich glaube allerdings nicht, dass das zu einem schnellen Tod führt.

Sonneneinstrahlung führt allerdings schon nach kurzer Zeit zu Verbrennungen, die aber sicher nicht zum Tod führen werden.
Überlebensdauer: Unklar. Mindestens mehrere Stunden?

Sauerstoff-Mangel
Unbestritten gibt es im All keinen Sauerstoff. Den brauchen wir aber ziemlich dringend zum Überleben. Ohne Sauerstoff dürfte kein Mensch länger als ein paar Minuten überleben, geschweige denn bei Bewußtsein bleiben. Im All ist das noch schlimmer: Da die Luft aus den Lungen nicht zur Verfügung steht (die wird sofort "rausgesaugt"), bleibt man angeblich höchsten 15 Sekunden bei Bewußtsein. Der Sauerstoff-Mangel ist also schon mal definitiv tödlich.
Überlebensdauer: einige Minuten

Druck
Im Weltall herrscht extremer Unterdruck. Genauer: Es herrscht fast gar kein Druck. Schließlich ist ja nichts da, was drücken könnte. Der Astronaut besteht aber dummerweise aus ganz viel, was Druck macht: Die Lungen sind voll Luft (vermutlich hat man sich zu allem Übel an die Tipps aus dem Anhalter gehalten), diverse Hohlräume ebenfalls. Ähnlich wie bei einem zu schnell aufsteigendem Taucher wird sich die Luft viel zu schnell ausdehnen und die Lunge zerreißen. Ähnliche Verletzungen werden wohl bei allen luftgefüllten Hohlräumen entstehen, aus denen die Luft nicht abfließen kann. Zusätzlich sind in allen Flüssigkeiten, insbesondere im Blut, Gase gelöst. Unter dem niedrigen Druck werden diese ausgasen, wie eine geöffnete Mineralwasser-Flasche. Zu allem sinkt bei dem niedrigen Druck der Siedepunkt. Wasser wird schon bei recht niedrigen Temperaturen anfangen zu kochen. Das führt insbesondere zu einer extremen Ausdehnung und zum Platzen von Zellen und Gewebe. Vielleicht führt das auch gleichzeitig zu extremer Abkühlung?

Der Effekt, dass Flüssigkeiten zu kochen beginnen, setzt sehr schnell ein. Bei einem Unfall der NASA 1965 fühlte eine Testperson seine Spucke schon kochen, bevor er nach 14 Sekunden das Bewußtsein verlor.

Das Blut beginnt angeblich nicht zu kochen, schließlich hält der Körper noch gewissen Druck aufrecht.
Überlebensdauer: wenige Minuten - unklar


Zusammenfassung:
Vielleicht wieder Erwarten wird man nicht explodieren. Ziemlich sicher wird man einfach ziemlich schnell bewusstlos und stirbt dann - an Sauerstoff-Mangel, Embolien und weiteren Verletzungen durch den Druckverlust, die sich langsam akkumulieren.


Quellen:

http://www.wdr.de/themen/wissen/1/kleine_anfrage/antworten/astronaut_helm.jhtml

http://www.gutefrage.net/frage/stimmt-es-dass-ein-astronaut-auch-ohne-raumanzug-bis-zu-60-sekunden-im-weltall-ueberlebt

http://de.wikipedia.org/wiki/Raumanzug

http://science.howstuffworks.com/space-suit.htm

http://imagine.gsfc.nasa.gov/docs/ask_astro/answers/970603.html


Weiter Quellen:

The Effect on the Chimpanzee of Rapid Decompression to a Near Vacuum, Alfred G. Koestler ed., NASA CR-329 (Nov. 1965)

Experimental Animal Decompression to a Near Vacuum Environment, R.W. Bancroft, J.E. Dunn, eds, Report SAM-TR-65-48 (June 1965), USAF School of Aerospace Medicine, Brooks AFB, Texas.


Dienstag, 2. September 2008

Inversion der Welt

Die These:
In den Rocky-Mountains gibt es Täler, an deren Stelle vor ganz ganz ganz langer Zeit mal Berge standen und die dann stärker erodiert sind als die umliegenden Täler. (Und eben so selbst zu Tälern wurden)

Berge die zu Tälern werden und umgekehrt? Stand die Welt mal auf dem Kopf?

Die Antwort:
Das Kind hat zumindest schonmal einen Namen:

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Reliefumkehr (auch: Inversion) ist die morphologische Umwandlung tektonischer Formen durch Abtragung unterschiedlich widerstandsfähiger Gesteine. Sättel und Horste werden zu morphologischen Depressionen, Mulden und Gräben zu Erhebungen.

Viele Zeugenberge aus der Jurazeit verdanken ihre Entstehung der Reliefumkehr. Die folgenden Darstellungen verdeutlichen das Prinzip.

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Es gibt das also tatsächlich!

Hier noch ein bisschen allgemeines Zeugs zum Thema Berg-Entstehung:

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http://de.wikipedia.org/wiki/Berg#Entstehung_von_Bergen

Berge sind in der Regel eine Folge der Plattentektonik der Erde oder vulkanischen Ursprungs. Bewegen sich zwei Platten der Erdkruste gegeneinander, so wird an der „Knautschzone" oft ein Gebirgszug aufgeschoben. Deren Berge zeichnen sich durch schroffe Gestalt und große Höhe aus. Herausragende Beispiele sind die Berge des Himalaya und der Anden, aber auch von den Alpen, dem Balkangebirge oder Zagros.

Eine in polnahen Gebieten vorkommende Gebirgsbildung ist die der Reliefumkehr: eine Mulde wird von Gletschern mit Geröll aufgefüllt, wobei der Untergrund durch das Gewicht des Eises unter Druck steht. Ziehen sich die Gletscher zurück, entspannt sich der Untergrund, und die Geröllfüllung kann teilweise über die Höhe der Umgebung empor gehoben werden. So entstandene Erhebungen sind zum Beispiel am Münsterländer Kiessandzug zu beobachten. Häufiger ist hingegen zu beobachten, dass ältere Bergschichten durch ihre größere Härte stehen bleiben, während jüngere schneller verwittern.

Berge können auf der Erde kaum höher als 9 km emporragen. Dies liegt daran, dass die Basis eines Bergs sich ab dieser Höhe aufgrund des enormen Lithostatischen Drucks verflüssigt und so die Maximalhöhe festgelegt wird.

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Dass allerdings größere Teile der Rocky Mountains so entstanden sind, wage ich mal ernsthaft zu bezweifeln....

Brennen von Schnaps

Die Frage:
Wird beim Brennen von Spirituosen in einem Zwischenschritt nahezu reiner Alkohol gewonnen, der später wieder verdünnt wird? Oder wird irgendwas Alkoholhaltiges einfach auf Trinkstärke destilliert?

Die Antwort:
Tatsächlich ist das Brennen von Schnaps gar nicht überall gleich, wie ich dachte:
Beim Doppelbrand werden zwei, teils auch drei komplette Brenndurchgänge durchlaufen.
Zuerst wird beim Rauhbrand der gesamte Alkohol aus der Maische gewonnen. Beim zweiten, entscheidenden Brennen, dem Feinbrand, wird statt Maische das Destillat aus dem Rauhbrand, bestehend aus Wasser, Alkohol (etwa 25-35 %) Aromen und Fuselöl eingesetzt.

Der Feinbrand besteht aus Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf. Im Vor- und Nachlauf befinden sich unerwünschte Stoffe: leicht-flüchtige Alkohole im Vorlauf, Fuselöle im Nachlauf.

Im entscheidenden Mittellauf befinden sich die gewünschten Bestandteile: Trinkalkohol und Aromastoffe. Der Mittellauf beginnt mit 70 - 80 % vol. Alkohol und sinkt mit dem Brennverlauf langsam ab. Das Ende des Feinbrandes ist bei Kernobst zwischen 45 - 50 % vol., bei Steinobst bei 50 - 55 % vol. Alkohol erreicht.

Zuerst wird beim Rauhbrand der gesamte Alkohol aus der Maische gewonnen. Beim zweiten, entscheidenden Brennen, dem Feinbrand, wird statt Maische das Destillat aus dem Rauhbrand, bestehend aus Wasser, Alkohol (etwa 25-35 %) Aromen und Fuselöl eingesetzt.

Ähnlich wird Whiskey hergestellt, im sogenannten Pot-Still-Verfahren:

Zur Herstellung von schottischem Malt-Whisky und irischem Pot-Still-Whiskey wird die Maische zwei- bzw. dreimal in Brennblasen aus Kupfer destilliert

Dann kommt der junge Whisky völlig farblos und mit einem Alkoholgehalt von etwa 65 bis 75 Vol. %.
Er wird unter Aufsicht des Steuerbeamten auf circa 63 Vol. % verdünnt, in Fässer gefüllt und in die Lagerhäuser gebracht.
Nach etwa sieben Jahren Lagerzeit sinkt der Alkoholgehalt auf etwa 60 Vol. %, nach zwölf Jahren auf etwa 57 Vol % ab.

Bei Wodka wird aber tatsächlich fast reiner Alkohol gewonnen:
Depending on the distillation method and the technique of the stillmaster, the final filtered and distilled vodka may have as much as 95-96% ethanol. As such, most vodka is diluted with water prior to bottling. This level of distillation is what truly separates a rye-based vodka (for example) from a rye whisky; while the whisky is generally only distilled down to its final alcohol content, vodka is distilled until it is almost totally pure alcohol and then cut with water to give it its final alcohol content and unique flavour, depending on the source of the water.[18]

Auch Korn wird aus einem 85% Destillat gewonnen.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Brennen_%28Spirituose%29#Kontinuierliches_Brennen
http://www.exquisine.de/net/artikel/whisky.htm
http://en.wikipedia.org/wiki/Vodka

Riesige Windkraftanlagen

Die Frage:
Wie groß ist eigentlich ein Rotorblatt einer Windkraftanlage? So groß wie ein Pkw? Lkw? Etwa ein ganzes Haus?

Die Antwort:
Die Größe der Rotorblätter bei Windkraftanlagen: 30m Durchmesser ist winzig, 60-80 wohl eher normal, große Anlagen haben einen Durchmesser bis zu 130m!


s. http://de.wikipedia.org/wiki/Windenergieanlage

Da wäre zum Beispiel die Enercon E-112 (hier in Egeln). Davon gibt's aber nur 9 in Deutschland. Wird (wie der Name schon sagt) von Enercon produziert und hat tatsächlich einen Rotordurchmesser von (nein, nicht wie der Name schon sagt, aber fast) 114 Metern!!!! Und es soll sogar ein Modell E-126 mit 127m geben! In der Tat laut Wikipedia sogar 3 von den Monstern.

Aber auch die üblichen Anlagen, die man aus der Eifel oder von sonstwo kennt sind erstaunlich groß: z.B. hier in der Hocheifel 60m, andere Anlagen auch über 70m. Enercon hat über 4000 solcher Anlagen ausgeliefert, wobei die Turmhöhe bis zu 113m beträgt.

Zum Vergleich: Das HRZ dürfte ungefähr die Größe eines Rotorblatts haben. (7 Etagen a großzügigen 5 Metern) Nein, nicht der Monsteranlage! Der Posttower ist 162,5 Meter hoch und damit nur etwas größer als die Gesamthöhe einer Windkraftanlage.

Wen's noch interessiert: die Blattspitzengeschwindigkeit einer solchen Anlage beträgt bis zu 80 m/s = 288 km/h.